Laubach, Germany: das Open-Air-Kino zählt zu den Glanzlichtern unseres Kulturportfolios -Open Air Cinema in Laubach, Germany

Open Air Kino in Laubach, GermanyDas Open-Air-Kino am Laubacher Schloss stand schon mehr als einmal auf der Kippe (da freilich wegen zu geringer Resonanz), diesmal aber fällt tatsächlich die Klappe. Will sagen: Nach 13 Jahren müssen die Kulturfreunde Verzicht üben, gibt es keine cineastischen Leckerbissen am »Rosenrondell«, mit Livemusik als Entree. Geplante Veranstaltung am 18. /19. Juli ist abgesagt worden. Ein Erklärungsansatz: Interessenskonflikte zwischen dem gräflichen Haus und den Kinomachern vom »Traumstern«, keine Einigung über »Organisations-Modalitäten«.

Bis ins Letzte lässt es sich nicht klären. Denn: Zwischen dem Laubacher Grafen und den Licher »Traumstern«-Leuten gab’s offensichtlich ein Kommunikationsproblem. So scheiterte nicht nur ein von der Stadt vermittelter Gesprächstermin, sondern auch Versuche telefonischer Kontaktaufnahme: »Ich habe es in den letzten beiden Tagen etwa zehnmal vergeblich versucht«, beteuerte Edgar Langer (»Traumstern«). Die Frist für den Druck der Kinoprogramme lief ab, daher zog man die Reißleine. Langer: »Ich finde das sehr schade.« Ebenso sieht es Klaus Hövel, Chef der Kultur & Bäder GmbH als Co-Veranstalter: »Wir bedauern das außerordentlich, das Open-Air-Kino zählt zu den Glanzlichtern unseres Kulturportfolios.«

Als eine Ursache des Scheiterns werden (ökonomische) Interessenskonflikte zwischen dem Grafen zu Solms-Laubach und dem »Traum-stern« vermutet. Ersterer möchte laut Hövel bei der Veranstaltung auch die Bewirtung übernehmen (das »Rosenrondell« grenzt direkt ans gräfliche Restaurant »Hirschfrikadelle« an). Hövel: »Verständlich, es ist schließlich sein eigener Grund und Boden.« Die Kinomacher dagegen würden gerne weiter mit der »Teutonia« zusammenarbeiten; wegen der 15 Jahre währenden guten Kooperation mit den Alten Herren der »Teutonen«, die auch mal technisch-logistische Unterstützung gewähren. Langer: »Das klappte super.« Doch wäre ein Wechsel beim Catering, wie dieser betonte, kein Ausschlussgrund: »Ich hätte nichts dagegen.« Vielmehr habe man ja auf eine Bewirtung in Eigenregie (»Savanne«) verzichtet. Das Interesse des Grafen sei nachvollziehbar. Aber: Bisher sei von solchem nichts zu sehen gewesen. Und: Sofern die Bewirtung neugestaltet werden sollte, mit anderem Niveau als einem Imbiss, so hätte dies im Rahmen eines abgestimmten Konzeptes geschehen müssen. Doch auch da komme wieder zum Tragen: »Es gab keine direkte Kommunikation.« Dass man von sich auf den Freitag verzichtet habe, um nicht in Konflikt mit dem »Discofox« im Gewölbekeller zu geraten, merkte er noch an (dass der »Fox« freilich im Juli/August Pause macht, dies überraschte ihn). Fazit Langer: »Alles etwas seltsam.«

Ob des hohen Stellenwerts der Kinonächte im städtischen Kulturangebot ist Klaus Hövel seit Wochen bereits als Vermittler tätig. Doch auch jüngste Versuche, die beiden Parteien doch noch zusammenzubringen, scheiterten. Nachdem klar war, dass das Schloss als Bühne nicht mehr zur Verfügung steht, hatte er sich bis zuletzt um Alternativen bemüht. Der Rathaushof war für die Kino-Macher nicht akzeptabel (»kann ich verstehen«). Keine Gegenliebe fand auch der Schlosspark: Von der Stadt ins Gespräch gebracht wurde zunächst die Bühne am Kiosk. Die aber habe das »Traumstern« wegen der Nähe zur Wohnbebauung, wegen erwarteter Klagen über Lärmbelästigung abgelehnt. Gestern unterbreitete er schließlich den Vorschlag, die Fläche am Schlossteich zu nutzen. Dagegen aber hätten die Licher das Risiko des Geländes (Wiese bei Regen aufgeweicht) ins Feld geführt. Freitag, 14 Uhr, stand somit fest: »In diesem Jahr gibt es kein Open-Air-Kino mit dem ›Traumstern‹.« Sicher mithin: Geplante Vorführung von »Slum Dog Millionär« und »Willkommen bei den Sch’tis« ist gestrichen. Klaus Hövel aber hat noch nicht vollends aufgegeben, will sich um andere Kinobetreiber bemühen. Freilich: Gerade vier Wochen vor dem Termin dürfte sich das mehr als schwierig gestalten.

Dass die Stadt Laubach grundsätzlich weiter Interesse an der Fortführung dieses attraktiven Kulturangebotes in Kooperation mit dem »Traumstern« habe, sich darum bemühen werde, betonte der Geschäftsführer der Kultur GmbH.

Source: “Open-Air-Kino: Nach 13 Jahren fällt (vorerst) die Klappe” -Giessener Allgemeine. Read full article at: http://www.giessener-allgemeine.de/Home/Kreis/Staedte-und-Gemeinden/Laubach/Open-Air-Kino-Nach-13-Jahren-faellt-vorerst-die-Klappe-_arid,114097_regid,1_puid,1_pageid,46.html.

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